Unheimlich kuschelige Kunst

Auf den ersten Blick ist es ein beinahe niedliches Fellhäufchen, das zentral auf dem Boden der Galerie platziert sofort unsere Aufmerksamkeit erregt. Bei genauerem Hinsehen wird einem aber doch etwas unbehaglich angesichts des weißen, augenlosen Monsters, das hier ganz in der bekannten Eisbären- oder Tigerfell-Manier scheinbar harmlos am Boden herumliegt. Nur hatten diese Trophäen wie wir spätestens seit der legendären „Dinner for One”-Aufnahme mit Freddie Frinton und May Warden aus 1963 wissen, auch die Funktion den reibungslosen Ablauf des alltäglichen Lebens zu stören und etwas Unberechenbarkeit und einen wohligen Schauer ins behagliche Heim zu bringen. Nicht unähnlich geht es einem mit der Installation der 1982 in Moskau geborenen Künstlerin, welche weder klar definierte Objekte, noch in Worte fassbare Themen erkennen lässt. Man meint sich in einem surrealen Interieur ohne erkennbare Möbel zu befinden und dennoch geht eine eigenartig behaglich-unheimliche Stimmung von diesen Objekten aus.

Das auffällige und gleichzeitig faszinierende bei dieser Präsentation ist allerdings, dass weder der Beamer, der sich im Raum befindet und auch läuft, noch jegliches andere Objekt irgendeine erkennbare Funktion zu haben scheint. Hier wird Kunst als das kategorisch Andere, als das Erratische, Unbeschreibliche zelebriert und der Besucher/die Besucherin bleibt entsprechend verunsichert zurück.

Allerdings ist schon der Art déco-Stoffbehang mit seinem exzentrischen Pflanzenmuster allein einen Besuch wert. Wer sich auf die skurril eigenwillige Idylle dieser Schau einlässt, wird sicher auch an so manchem anderen Detail, wenn nicht sogar am doch sehr homogenen Ganzen, gefallen finden.

Julia Zastava – In Vases
Startgalerie im MUSA
15.4. bis 12.5.2016
Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr 11-18, Do 11-20, Sa 11-16 h

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