Bildchen, Bildchen an der Wand …

Eigentlich kann eine technisch so traditionelle Schau nicht mit weniger auskommen: Schließlich sind hier nur eine Serie von sieben winzigen Bildchen und ein Regalbrett mit einer Hand voll vasenähnlichen Objekten nebst Infomaterial zu sehen. Dass auch eine Wand tapetenähnlich mit marmoriertem Papier bezogen wurde, merkt man erst auf den zweiten Blick.

Diese zurückhaltende Raumgestaltung in Pastellfarben lässt allerdings die gerade mal etwas über A5 großen Bildchen in Öl auf Holz umso besser zur Geltung kommen. Diese sind es auch, die in ihrer zarten Verspieltheit – wo gegenständlich &ndash ein wenig an David Hockney erinnern, aber dennoch mehrheitlich abstrakte Kompositionen zu sein scheinen. Wie gemalte Collagen wirkend, schaffen sie es den sonst fast leeren Galerieraum dermaßen zu dominieren, dass die Installation mit aufwendig beschichteten zartlila-grün-orangefarbenen Vasen-Objekten &ndash so ungewöhnlich sie auch sein mögen &ndash kaum ins Gewicht fällt. Und es sind auch bezeichnenderweise diese bieder-idyllischen Kleinode, die mit ihren Topfpflanzen und ihrer heimeligen Farbigkeit etwas von jener Kraft erahnen lassen, die wirklich große Malerei entfalten kann.

Diese Ausstellung vermittelt eine angenehme, fast schon extreme Zurückhaltung, eine im Kunstbetrieb geradezu unübliche Bescheidenheit. Dass es sich gerade deswegen lohnt genauer hinzusehen, wird &ndash wie oben erwähnt &ndash sofort offenkundig, sobald man sich den Bildchen an der Wand etwas eingehender widmet.

Titania Seidl – composition w. potted plants, vases, drapery, marble,…
Startgalerie im MUSA
13.11. bis 10.12.2015
Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr 11-18, Do 11-20, Sa 11-16 h