Kunstvolle Klecksererei

Es ist immer wieder erstaunlich, dass es auf dem Gebiet der Malerei und der Zeichnung – auch über hundert Jahre nach Malevichs Schwarzem Quadrat – noch immer völlig neue Ansätze gibt. Die in dieser Schau gezeigten Arbeiten bieten die Gelegenheit einen solchen sehr eigenständigen, ja singulären, Ansatz kennen zu lernen.

Die oft großformatigen Bilder scheinen nur aus einigen schwarzen Klecksen zu bestehen. Gleich vorweg sei erwähnt, dass man ihnen sicher kaum Beachtung schenken würde, wären da nicht die winzigen Textfragmente, welche die tiefschwarzen Verwischungen fast unsichtbar begleiten, ja man möchte fast sagen tänzelnd umspielen. Weniger genaue BeobachterInnen, wie auch kurzsichtige Menschen, nehmen diese – in millimeterkleinen Buchstaben geschriebenen – Anweisungen und Kommentare wohl kaum war und dennoch macht die ganze Ausstellung ohne sie keinen Sinn, wird unzugänglich und banal. Denn nur in der Spannung zwischen großer, überblicksmäßiger Fernsicht und winziger, völlig auf sich gestellter Nahsicht erschließt sich die Schönheit dieser Bilder.

Ziervogels Arbeiten kommen manchmal doch eher kompositorisch unspektakulär daher und vermögen ohne die oben erwähnte Metaebene kaum zu überzeugen. Dennoch handelt es sich um eine großartige Schau, zumal die meisten Blätter schon aus Formatgründen so und so nicht fürs Wohnzimmer geeignet sein dürften.

Ralf ZiervogelRalf Ziervogel – Matt Matt
Strabag Kunstforum
Öffnungszeiten: Mo-Do 9-17, Fr 9-12 h