Wiener Pop

Selten ist es so klar und eindeutig wie in der Ausstellung von Gabriele Edlbauer, dass diese Kunst aus Wien stammen muss. Denn hier werden die fast schon ikonischen und in Wien omnipräsenten „Hängemistkübel” in klassischer Pop-Art Manier aus Formmasse nachgebaut und zum Kunstobjekt erklärt. Dass hier nicht nur bei der Technik sondern auch bei der Wahl der Themen und Objekte Claes Oldenburgs Oevre einen wichtigen Einfluss hatte, ist angesichts der dennoch unverwechselbaren Ausformung dieser Objekte sicher kein Schaden.

Mit den Mistkübeln wird auf den Alltag und seinen Abfall, die Ränder und Abgründe der modernen Konsumgesellschaft verwiesen ohne eine ganz eigene Form der Poesie zu kurz kommen zu lassen. Ein anderes Objekt der Schau – die das Gefühl einer beliebigen Wiener Straßenszene ohne Menschen vermittelt – verweist durch seine klare Form und die Funktion als Aufbewahrungsort diverser Kleinerer Objekte auf die vielen Baumulden zum Abtransport von Schutt, die seit Jahrzehnten zum Stadtbild gehören wie die Autos denen sie den Parkplatz verstellen. Dieses Objekt das nur aus Stahlstangen besteht, weder Wände noch Boden besitzt und daher seiner Funktionalität völlig enthoben erscheint, ist auch ein Verweis auf die Auswüchse unserer Wegwerfgesellschaft. Denn in dieser „Mulde” findet sich neben einem Fahrradhelm noch so manches brauchbares das mangels effizienter Verwertbarkeit einfach entsorgt wird.

Dass die Arbeiten mit ihren humorvollen Titeln und dem gekonnten Spiel mit Verfremdungen, eine zwar eindeutig Wien-spezifische, aber dennoch klar als solche erkennbare Form der Pop-Art darstellen, gibt Hoffnung, das diese ursprünglich sehr kritische Kunstströmung zunehmend zu ihrer eigentlichen Qualität zurückfindet und die Gegenwartskunst so um ein wesentliches Element bereichert.

Gabriele Edlbauer-Giuliani
Startgalerie im MUSA
Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr 11-18, Do 11-20, Sa 11-16 h
29.1. bis 25.2.2016